Shedhalle Alte Samtweberei
Die Alte Samtweberei ist ein bundesweit beachtetes Modell für eine gemeinwohlorientierte Quartiersentwicklung. Ein von Strauß Fischer – Historische Bauwerke betreuter Baustein ist der Umbau der Shedhalle zum öffentlichen Quartiersplatz. Das Gesamtprojekt wurde u.a. mit dem „NRW-Landespreis für Architektur, Wohnungs- und Städtebau – Gutes Bauen im öffentlich geförderten Wohnungsbau“ ausgezeichnet.
Die Alte Samtweberei an der Lewerentzstraße in der Krefelder Südstadt ist ein Leuchtturmprojekt der Montag-Stiftung, Bonn und ihrer Tochter Urbane Nachbarschaft Samtweberei UNS gGmbH. Das Büro Strauß Fischer – Historische Bauwerke übernahm Umbau und Instandsetzung der im Blockinneren gelegenen Shedhalle.
Das in Teilen denkmalgeschützte Ensemble der Alten Samtweberei diente zunächst der in den 1890er-Jahren gegründeten Samtweberei Mottau & Lendertz, später Scheibler & Co, als Produktionsstätte; ab den 1970er-Jahren nutzte die Stadt Krefeld die Baulichkeiten. Die Konversion basierte auf einem Masterplan des Essener Büros Böll Architekten, die auch einen Teil der Umsetzung übernahmen. Die Immobilie Alte Samtweberei soll für die gemeinwohlorientierte Quartiersentwicklung mittel- und langfristige Ressourcen erzeugen – als Überschüsse aus der Vermietung, die in Quartiersprojekte fließen, durch gemeinwohlorientiertes Engagement von Mietern und Nutzern und durch entsprechende Raumangebote.
Die Nutzungsoptionen der Shedhalle wurden von der UNS gGmbH, betreut durch das Büro Freimeister und unter Mitwirkung von Büro Strauß Fischer – Historische Bauwerke, in einem partizipativ angelegten „Shedhallenspiel„ mit den Bewohnern von Alter Samtweberei und umgebendem Quartier ermittelt. Unter der prägnanten Shedkonstruktion der frühen Nachkriegszeit entstand mit der Planung durch das Büro Strauß Fischer – Historische Bauwerke ein überdachter Platzraum, der tagsüber frei nutzbar ist, nachts hingegen durch große Gittertore verschlossen wird. Ein stark geschädigter Teilbereich des Sheddachs wurde entfernt, um einen rückwärtigen Sportbereich mit Sportboden sowie einen Quartiersgarten unter freiem Himmel zu schaffen. Der Quartiersplatz ist seither ein belebter Ort im Quartier, aber auch Ort von Veranstaltungen wie dem Urban Dance Festival Area 47.
In einem weiteren Schritt wurden durch das Büro Strauß Fischer – Historische Bauwerke auch Umbau und Instandsetzung des Torhauses unterstützt, dort entstanden Büro- und CoWorking-Flächen.


Leistungsphasen 1 bis 8 HOAI: Strauß Fischer – Historische Bauwerke
Auftraggeber: Urbane Nachbarschaft Samtweberei UNS gGmbH, Krefeld
Tragwerksplanung: NR Ingenieurgesellschaft Holztragwerke mbH, Mönchengladbach
Freiraumplanung: Elke Lorenz Landschaftsarchitektin, Köln mit Friedrich Wittmann Landschaftsarchitekten, Düsseldorf
Bürgerbeteiligung: Norbert Krause und Johannes Jansen, Freimeister, Mönchengladbach
Masterplan: Böll Architekten, Essen
Machbarkeitsstudie Freianlagen: DTP Landschaftsarchitekten, Essen
Fotos: Veit Landwehr, Köln und Marcel Rotzinger, Krefeld
